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Sommerretreat: Vajra-Erdung

27. August - 3. September 2005

in St. Anna /Südsteiermark (bei Deutschlandsberg)



Retreatplatz St. Anna

Der Ort:
Das Haus, welches wir ganz für uns haben, steht auf einer malerischen Lichtung mitten im Wald. Das dazugehörige Grundstück grenzt an einen Bach, es gibt einen großen ebenen Platz, einen Teich (Biotop), die Möglichkeit, ein Lagerfeuer zu machen und vieles mehr. Wir haben vor, soweit es das Wetter zulässt, die ganze Zeit im Freien zu praktizieren. Es sind auch Zeiten vorgesehen, die jeder für sich allein im Wald mit Meditation verbringen kann. Sollte das nicht möglich sein, gibt es auch im Haus einen Versammlungsraum. Das Haus liegt auf 1000 Meter Höhe, ein großes Waldgrundstück (mehr als ein km2) mit einem Bach gehören zum Besitz dazu und stehen uns zur Verfügung.

Das Retreat beginnt mit der Abfahrt in Wien am Samstag 27. 8., 9.00, Ankunft in St. Anna ca. 12.00. Wer nicht mit eigenem Auto kommt, kann in einem anderen Auto mitgenommen werden, wer von auswärts kommt, kann auf Wunsch in der Nacht von Fr auf Sa bei einem Sanghamitglied übernachten. Es endet am Samstag 3. 9. um 12.00. Sollten nicht genügend Autos zur Verfügung stehen, ist auch eine Anreise per Bahn und Abholung vom Bahnhof möglich.

Inhalt

Raum- und Naturerfahrung:

Die Schöpfer der Lehren des tantrischen Buddhismus, die indischen Mahasiddhas, haben ihr Leben abgesehen von der Regenzeit größtenteils unter freiem Himmel verbracht und vor allem meistens im Freien meditiert. In Tibet wird zwar aus klimatischen Gründen viel mehr in geschlossenen Räumen geübt, aber durch die Kargheit der Landschaft, die Höhenlage und die sehr großen Entfernungen zwischen den einzelnen Ansiedlungen kennt jeder Übende im Himalaja-Raum eine Art der Raumerfahrung, die uns fremd geworden ist. Tantra hat immer etwas mit der Verbindung des Mikrokosmos des Übenden mit dem umgebenden Makrokosmos zu tun. Zahlreiche tantrische Praktiken, angefangen mit dem Mandala-Opfer der vorbereitenden Übungen bis zum Neu-Schöpfen und wieder Auflösen der Welt in Form eines Mandala, haben etwas mit dem Gewahrsein des Raumes und der Elemente, welche das Grundmaterial der Phänomene in diesem Raum bilden, zu tun. In der Nyingma Tradition spricht man vom Samadhi des Raums (statt der Leerheit) als Grunderfahrung, aus welcher heraus z. B. Gottheitenyoga betrieben wird. Es ist nicht möglich, diese Erfahrung zu gewinnen, wenn man wie im Westen weithin üblich hauptsächlich in geschlossenen Räumen meditiert. Die Natur des Geistes, um deren Erfahrung es im Dharma letztlich geht, hat etwas mit dem ursprünglichen vor-zivilisatorischen Bewusstsein des Menschen zu tun, sie kann nur schwer erfahren werden, wenn man sich mit ständigen Erinnerungen an die zeitlichen und räumlichen Beschränkungen unserer Kultur umgibt. (Das gilt natürlich auch für die Beschränkungen anderer Kulturen, etwa der tibetischen ...)

Naturgeister und andere Entitäten:

Eine wesentliche Rolle bei der Erdung der Vajra-Energien im traditionellen Rahmen (d. h. des Vajrayana im Himalaja) spielen die Lehrbeschützer (Dharmapalas). Dabei handelt es sich meist um personifizierte Energien der Elemente und der Natur, häufig durchaus von wildem oder destruktiven Charakter, welche von den alten Meistern bezähmt und zu Schützern der buddhistischen Lehren gemacht wurden. Von den Entitäten des Sambhogakaya (Buddhas, Bodhisattvas, Yidams, Dakinis usw. ) sind die Dharmapalas die materiell dichtesten, sie wirken, wenn von einer erfahrenem Yogini dirigiert, häufig sogar auf der physikalischen Ebene. Auf Thangkas sind Dharmapalas oft unten bzw. vorne positioniert, sie vermitteln zwischen der normalen Welt und den subtileren Formen des Sambhogakaya. Was dabei aber meist übersehen wird, ist die Tatsache, dass tibetische Berg- und Naturgottheiten nicht einfach ins Europa des 21. Jahrhunderts verpflanzt werden können. Vielmehr ist es erforderlich, dass Übende im Westen selbst eine Verbindung zu den elementaren und lokalen Energien knüpfen, wodurch ein Verbindung der Vajra-Energien mit unserer Zeit und unserem Raum möglich wird. Andernfalls wirkt das Vajrayana unverbunden und ungeerdet, wie ein Ufo aus einer anderen Zivilisation, welches zufällig bei uns gelandet ist.

Nach meiner nunmehr mehr als 20 Jahre währenden Erfahrung als Vajrayana-Übender im Westen ist der Mangel an Raum-Erfahrung und Erdung wesentlich für viele Probleme verantwortlich, die für Westler entstehen. Vajrayana besteht nicht einfach daraus, dass man Formen des Buddha visualisiert und Mantras rezitiert, es handelt sich vielmehr um eine dauernde Verbindung des Übenden mit den Energien in der Umgebung des Übenden.


Das Retreat-Programm in Stichworten:

Anrufung der Erdgöttin (Sai Lhamo)
Schutzkreise
Besänftigung der lokalen geistigen Entitäten
Raumbewusstsein, Samadhi des Raumes
Projektion des Bewusstseins in die Elemente und Bestandteile der Natur (Bäume, Felsen, Bach etc.)
Mandala der fünf Elemente, Mandala der fünf Dhyanibuddhas
Fertigung von Talismanen, Ladung von Gegenständen mit Vajra-Energie
Körperwahrnehmung, Übungen zur Hebung der Körperenergie
Rauchopfer, Torma-Opfer, andere spezielle Opfer
Nacht-Meditation, Todesmeditation
Padmasambhava-Guru-Yoga, Anrufung der Übertragungslinie, Meditation auf den Adibuddha Samantabhadra
Grundübungen zur Erlangung magischer und schamanischer Kräfte
Feuer-Rituale


Aufgrund der Wetterbedingungen, der bisherigen Erfahrung und aktuellen Disposition der TeilnehmerInnen können Teile des Programms entfallen oder hier nicht genannte Methoden gezeigt werden. Praxistexte und andere erforderliche Unterlagen werden zur Verfügung gestellt. TeilnehmerInnen aus Wien und Umgebung können nach dem Retreat in die einmal wöchentlich stattfindende Nyingma Gruppe kommen (und dort Fragen stellen), andere TeilnehmerInnen können nachher jederzeit per Mail oder Telefon Fragen zu den Praxismethoden stellen.



Quelle www.tsagli.de

Das Bild zeigt eine abstrakte Darstellung des Grund-Mandalas der fünf Elemente, in der Mitte befindet sich das in dieser Darstellung besonders betonte Raum-Element bzw. Akasha-Prinzip.

Voraussetzungen für die Teilnahme:
  • 1. Du musst dich in den Lehren des Vajrayana-Buddhismus heimisch fühlen. Es ist nicht erforderlich, bestimmte Einweihungen zu haben oder sich einer bestimmten buddhistischen Lehrrichtung zugehörig zu fühlen.
  • 2. Nichtraucher! Es herrscht im Haus und auf dem ganzen Retreatgelände absolutes Rauchverbot.
  • 3. Einmal am Tag findet eine Tsog Puja statt, da diese Puja zum inneren Tantra gehört, wird dabei Alkohol ausgeschenkt und Fleisch bzw. Wurst gegessen. Wer aus welchen Gründen auch immer ablehnt, Alkohol in kleiner Menge (etwa ein Glas Wein) zu trinken oder Fleisch zu essen, kann nicht am Retreat teilnehmen.
  • 4. Leute, die ich noch nicht kenne, sollten sich per E-Mail oder Telefon kurz vorstellen. Wer in Wien /Umgebung wohnt, sollte sich persönlich vorstellen, (Einzelgespräch oder Teilnahme an einem Treffen der Nyingma Gruppe, jeden Freitag 19.00, genaueres hier.)
  • 5. Ein Retreat ist kein Urlaub mit in der Sonne liegen und schwimmen, zwischendurch ein wenig Meditation. Der Zeitplan der Übungen ist ziemlich dicht, dazwischen werden alle Arbeiten wie Tsog vorbereiten, Feuer machen und so weiter gleichmäßig auf die TeilnehmerInnen aufgeteilt. Wer schon mal bei unseren Retreats mitgemacht hat, weiß, dass trotz aller Anstrengungen eine sehr lockere und entspannte Atmosphäre herrscht. Die Bereitschaft zu allen erforderlichen Arbeitsleistungen und zum Mitmachen bei allen Übungen ist Voraussetzung der Teilnahme am Retreat.

Zu den Kosten:
Der Kostenbeitrag für sieben Tage inklusive Unterbringung, Verpflegung und Seminarbeitrag ist 400 Euro. Das Essen und der Tsog sind von hoher Qualität, das Retreatgelände ist ein ungestörter geomantischer Kraftplatz. Die Hälfte des Betrages entfällt auf Unterbringung und Verpflegung. Nicht enthalten ist in dem Betrag die Beteiligung an Benzinkosten für die Fahrt von Wien nach St. Anna und zurück (mit FahrerIn besprechen).

Es ist nicht möglich, nur einen Teil der Zeit am Retreat teilzunehmen.

Mitzunehmen:

Bequeme Kleidung zum Meditieren, eine Garnitur sehr warme Kleidung, (Nachtmeditation bei vielleicht 10 Grad), Regenschutz, ein kleiner Rucksack, Thermoskanne oder anderes tragbares Trinkgefäß, Wanderschuhe. Decke und Sitzpolster, Schlafsack und Unterlage. Wer ein Zelt hat, möge es mitnehmen, es ist genug Platz zum zelten. (Zelt = eigenes Zimmer) Im Haus sind jeweils mehrere TeilnehmerInnen in einem Zimmer. Unbedingt: Eine Armband- oder andere tragbare Uhr.


Anmeldung:
Es ist erforderlich, sich persönlich, telefonisch oder per Mail anzumelden: Kontakt

Die engültige Anmeldung erfolgt durch Anzahlung von 100 Euro.

Bankverbindung für Überweisung hier Als Zahlungszweck bitte "Vajra-Retreat"angeben.

Aufgrund der begrenzten Teilnehmeranzahl von nur fünfzehn Personen bitte ich um möglichst frühzeitige Anmeldung! Diese Maximalzahl ergibt sich vor allem aus der Größe des Hauses. Ein Platz kann nur durch Anzahlung reserviert werden.

Durch die Anmeldung werden Haftungsausschluss und Stornobedingungen zur Kenntnis genommen!

Aufgrund des Wetters und aus Gründen spontaner Konstellationen der RetreatteilnehmerInnen kann kein exakter Plan der Inhalte und Übungen garantiert werden, Programmänderungen vorbehalten.


Wer Fragen zum Retreat hat - speziell Leute, die noch nie an einem Retreat von uns teilgenommen haben - möge sich telefonisch oder per Mail an mich wenden.



Bild von einem früheren Retreat an diesem Platz