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Helmut Poller

Vajrakila-Retreat

10. - 16. September 2007, Seebenstein (Niederösterreich)



Praxis und Erklärungen

Die verschiedenen Vajrakila-Tantras, -Sadhanas und Kommentare bieten ein umfangreiches Material, welches durch die "Vier Arten der Kila-Praxis" klassifiziert werden kann.
Ein kurzer Überblick dazu steht hier.

Im Laufe dieses Retreats werden wir uns vor allem mit dem "Kila des ausstrahlenden Mitgefühls" befassen. Das ist der Kila der Erzeugungsphase (Kyerim), ähnlich wie in anderen Praktiken des Vajrayana-Gottheitenyoga visualisiert man sich selbst als die Hauptgottheit des Mandala, den dreigesichtigen und sechsarmigen Vajrakila mit seiner Gefährtin Triptachakra ("Wonne-Zentrum"), das im Herzzentrum kreisende Mantra wird dabei in die fühlenden Wesen in alle Richtungen projiziert. In weiterer Folge werden wir das Mandala des Kila aufbauen, welches in unserem Fall aus 51 Gottheiten besteht. Der eigentliche Sinn dieses Mandala liegt darin, alle Faktoren, die unsere alltägliche Realität konstruieren, solange zu "de-konstruieren", bis sie sich für uns in der ursprünglichen Leerheit auflösen und uns nicht mehr in leidbringende Muster verwickeln. Es handelt sich dabei um ökonomische Faktoren, Beziehungsprobleme, emotionelle Faktoren, vergangene Geschichten, die uns noch immer binden, dualistische Sichtweisen und so weiter. Bei traditionellen Erklärungen wird zwar oft erläutert, wie die Gottheiten aussehen und was sie für Attribute tragen, aber was für eine Funktion all diese Visualisationen für eine Übende der Kila-Lehren haben sollen, die im 21. Jahrhundert in Europa zum Beispiel im Controlling arbeitet, bleibt meistens rätselhaft. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass tibetische Linienhalter der Kila-Lehren üblicherweise in einer ganz anderen Situation leben als Westler. Ich selbst arbeite seit vielen Jahren an der Erforschung der Kila-Lehrzyklen und habe nach und nach viele Dinge herausgefunden, welche die Kila-Praxis für westliche Praktizierende zu einem äußerst nützlichen Instrument machen. Die Erzeugungsphase des Kila sollte letztlich dazu führen, dass die Kila-Praktizierende ihre alltägliche Umwelt allmählich so verformt und verändert, dass alle Angelegenheiten wunschgemäß und harmonisch verlaufen, insbesondere auch die "weltlichen" Angelegenheiten. Das Ziel ist immer die völlige Befreiung von allen Konditionierungen, doch dieses Ziel kann nicht erreicht werden, indem man als Westler "viel praktiziert", also die Zeit immer mehr mit Rezitationen und anderen Praktiken strukturiert, sondern indem alle vorliegenden Faktoren ohne Ablehnung von der Energie des zornvollen Yidam durchdrungen und in Vajra-Mittel verwandelt werden. Dafür werden während des Retreats sowohl allgemeine als bei Bedarf auch individuelle Instruktionen gegeben.



Je nach Vorkenntnis der Teilnehmerinnen werden genaue Erklärungen zu allen Übungen, eventuell auch zu Teilen der Kila-Praxis, die nicht Gegenstand dieses Retreats sind, gegeben. Auch Einzelgespräche sind möglich. Wir haben bei den jährlichen Kila-Retreats (dieses ist das siebente) immer ein paar Übende dabei, die schon mehrere Jahre lang Vajrakila als Hauptpraxis üben, man kann sich also auch mit erfahrenen Leuten austauschen.

Linie:
Wir haben den früheren Retreats immer den Kila der nördlichen Schätze (Byangter Phurbu) praktiziert und als Teilnahmevoraussetzung die Einweihung und Textermächtigung aus dieser Tradition verlangt, dieses Kila Retreat ist jedoch für alle Übenden offen, die eine Vajrakila-Einweihung erhalten haben, egal von welchem Lama oder aus welcher Linie. Manche Leute scheinen zu glauben, dass der Kila der nördlichen Schätze etwas anderes wäre als zum Beispiel der Kila der Pema Lingpa Tradition, das ist aber in keiner Weise der Fall. Der älteste Kommentar zur Kila Praxis, die "100 000 Schwarzen Verse" (Bum Nag) stammt von Padmasambhava selbst, alle Nyingma-Schatztraditionen und alle anderen tibetischen Schulen verwenden diesen Kommentar als Quelle ihrer Kila-Praxis, die Unterschiede in den verschiedenen Kila Linien beziehen sich größtenteils auf verschiedene Sadhana Texte und eine Unzahl von Details, die für den essentiellen Zugang zur Energie des Kila nicht erforderlich sind. (Nichtsdestotrotz sollte man natürlich alle Details zumindest einer Kila-Tradition kennenlernen, wenn man den Kila als Hauptpraxis wählt). Dieser Kommentar wurde vom Kila-Yogi und Gelehrten Martin Boord ins Englische übersetzt, mehr über dieses Buch hier.

Das gründliche und mehrfache Studium dieses Werkes sei allen Kila-Übenden wärmstens empfohlen, es wird aber bei diesem Retreat nicht vorausgesetzt.



Mehr über unsere Kila-Linien und zukünftige Projekte: Vajrakila Gruppe Wien


Voraussetzungen für die Teilnahme:
  • Eine Vajrakila-Einweihung, egal von wem und aus welcher Linie. Eine Teilnahme an dem Retreat ohne Einweihung ist unter keinen Umständen möglich.
  • Nichtraucher! Es herrscht während der ganzen Retreatzeit absolutes Rauchverbot.
  • Einmal am Tag findet eine Tsog Puja statt, da diese Puja zum inneren Tantra gehört, wird dabei Alkohol ausgeschenkt und Fleisch bzw. Wurst gegessen. Wer aus welchen Gründen auch immer ablehnt, Alkohol in kleiner Menge (etwa ein Glas Wein) zu trinken oder Fleisch zu essen, kann nicht am Retreat teilnehmen.
  • Leute aus Wien und Umgebung, die ich noch nicht kenne, sollten sich entweder ein Mal bei den Donnerstagtreffen der Gruppe einfinden oder ein Einzelgespräch mit mir führen, Teilnehmerinnen, die weit weg von Wien wohnen, und die ich noch nicht kenne, sollten sich per E-Mail oder Telefon kurz vorstellen.



Zeit:
Das Retreat beginnt am Mo 10. September 2007 um 10.00, Daten zur Anfahrt/Abholung nach Anmeldung.
Es ist möglich, schon am Vorabend (So 9.9.) nach 18.00 am Retreatort einzutreffen, um 18.00 enden die Kila-Belehrungen mit Martin Boord. Am Sonntag-Abend werden wir ein-zwei Praxissessions abhalten, aber ohne Erklärungen etc., ebenso Montag morgens, das eigentliche Retreat beginnt am Montag 10.00. Das Retreat endet am So 16. September um 16.00.
Es ist nicht möglich, nur einen Teil der Zeit am Retreat teilzunehmen.

Zu den Kosten:
Der Kostenbeitrag für das Retreat beträgt 475,-
(Seminarbeitrag, Texte und Materialien, Unterkunft und Verpflegung!)
Die Anmeldung wird nur durch eine gleichzeitige Anzahlung von 100,- wirksam oder durch vollstände Zahlung.

Zahlungszweck: Vajrakila-Retreat, Kontoverbindung hier.

Durch die Anmeldung werden Stornobedingungen und Haftungsausschluss akzeptiert.

Aufgrund des Wetters und aus Gründen spontaner Konstellationen der Retreatteilnehmerinnen kann kein exakter Plan der Inhalte und Übungen garantiert werden, Programmänderungen vorbehalten!



Mitzunehmen:
Unbedingt: Eine Armband- oder andere tragbare Uhr.
Ritualutensilien, Phurbu, Kila-Texte. Nehmt die Kila-Texte mit, die ihr habt, ihr könnt dazu auch Fragen stellen. Für das Retreat wird eine spezielle Zusammenstellung von Texten zur Verfügung gestellt (im Retreatbeitrag enthalten), die Textermächtigung dafür erfolgt am Beginn des Retreats.



Bei der Anmeldung bitte bekannt geben:
  • Name, Tel. Nr., Mailadresse
  • Von welchem Lama hast du die Vajrakila-Einweihung erhalten, wann und wo. Wenn du mehrere Kila-Einweihungen erhalten hast, gibt diejenige(n) an, die für dich am wichtigsten war. Aus welcher Linie kann diese Einweihung (wenn dir das bekannt ist). Was für Kila-Texte hast du bei diesen Einweihungen erhalten, Titel und ungefährer Umfang.
  • Art und Datum der Bezahlung/Anzahlung: Konto oder bar (nur in Wien)
Wer Fragen zum Retreat hat - speziell Leute, die noch nie an einem Retreat von uns teilgenommen haben - möge sich telefonisch oder per Mail an mich wenden, Kontakt.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass alle Teilnehmerinnen an einem 7-Tage Kila Retreat auf Wunsch auch noch nachher betreut werden und Fragen stellen können, außerdem besteht die Möglichkeit, zu künftig stattfindenden fortgeschrittenen Kila-Retreats zu kommen, bei denen als Qualifikation eine gewisse Kila-Vorpraxis verlangt werden wird.




Kila-Mandala mit 10 Emanationen, vier "höchsten Söhnen" und vier Torhüterinnen, Klick: Vergrößerung.