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Helmut Poller

Tanz der roten Dakinis

24. bis 30 Juni 2007, St. Anna, Steiermark
Intensiv-Retreat auf Kraftplatz im Wald



Rote Erscheinungsform von Yeshe Tsogyal, Klick: Vergrößerung
(gemalt vom Yogi Dr. Rudin Kondo, Wien)


Retreat-Platz in St.Anna

Praxis:
Die Hauptpraxis bezieht sich auf Yeshe Tsogyal, die Gefährtin von Padmasambhava, welche als weiblicher erleuchteter Buddha gilt, in einer roten Erscheinungsform (identisch mit Vajrayogini). Wir werden im Retreat aber noch zwei weitere rote Dakinis anrufen, Vajrayogini und Kurukulla. Vajrayogini ist die höchste Dakini, die Gefährtin aller Buddhas, Urtyp und gemeinsame Essenz aller Dakinis, die synonyme Bezeichnung Vajravarahi (Vajra-Sau) und der dunkle Wildschwein-Kopf, der über ihrem rechten Ohr oder oben am Kopf wächst, weisen auf das Nichtunterscheiden zwischen Rein und Unrein hin, den wesentlichen Punkt der Sichtweise des inneren Tantra. Kurukulla ist eine weibliche vierarmige Verkörperung der roten Buddha-Aktivität, der Aktivität des Anziehens und Kontrollierens. Sie ist die buddhistisierte Form einer altindischen Liebesgöttin, ihre mit Blüten verzierten Handattribute sind Fanghaken und Fangschlinge sowie Pfeil und Bogen, mit denen auch die zielgerichtete Überwindung von Entfernungen angedeutet wird.



Kurukulla

Weiteres geplant sind Übungen, die sich auf den Zentralkanal und die Chakras beziehen, sowie stille formlose Meditation. Zweimal am Tag ist es möglich, in den Wald zu gehen und allein zu meditieren, das Retreathaus steht in der Mitte eines großen Waldgrundstückes. Auch die gemeinsame Praxis findet nach Möglichkeit im Freien statt. Diese Vorgangsweise ermöglicht es, den umgebenden Raum in die Meditation einzubeziehen, was in der ursprünglichen, nicht-klösterlichen tantrischen buddhistischen Tradition einen bedeutenden Faktor des Gewahrseins darstellt.

Zum Ablauf:
Es wird einmal am Tag Erklärungen zu den Dakinis im allgemeinen und zu den speziellen Übungen dieses Retreats geben. Das Retreat ist sehr intensiv, die erste Praxis ist um 7.00 morgens angesetzt, am Schluss des Tages wird ein Feuer gemacht und am Feuer meditiert. Es handelt sich nicht um eine Art Urlaub mit Schwimmen und der Sonne liegen und etwas meditieren, sondern um eine intensive Selbsterfahrung, die zu bleibenden tiefen Einsichten in die Natur der verborgensten Lehren der inneren Tantras führen kann.

Zur Funktion der Dakinis:
Im tantrischen Buddhismus spricht man von den äußeren Zufluchtsobjekten (Buddha, Dharma, Sangha) und den inneren Zufluchtsobjekten Guru, Deva und Dakini. Der Guru gibt die Lehren und die Inspiration, dass ein Fortschritt zu höherem Bewußtsein wirklich möglich ist. Der Deva (tib. Yidam), die persönliche Meditationsgottheit, häufig eine Form mit vielen Gesichtern und Armen in sexueller Vereinigung mit einer Gefährtin, gibt die höheren Bewußtseinskräfte (die weltlichen und transzendenten Siddhis), die Dakini gibt, so heißt es meistens in den Kommentaren, "die günstigen Umstände" und die Freuden des Pfades. Die Dakini gibt aber auch die Lehren der Vollendungsphase (d. h. sie löst auch die Knoten und Behinderungen im feinstofflichen Energiesystem), sie gibt auch die letzten und höchsten Einweihungen und zerstört mit ihrem Hauptattribut, dem Hackmesser, die letzten Schleier dualistischer Konzepte. Ihre Methode ist das Unerwartete, sie ist äußerst wendig und kommunikativ, sie ist verführerisch und gleichzeitig gefährlich, weil sie unsere Konzepte und Anhaftungen zerstört.

Die rote Buddha-Aktivität
ist eine der sogenannten vier magischen Buddha-Aktivitäten, es handelt sich um Siddhis, die etwas mit Charisma, aber auch Dominanz und Kontrolle zu tun haben. Die buddhistische Motivation bei der Anwendung dieser Kräfte besteht darin, Situationen unter Kontrolle der Praktizierenden zu bringen, die andernfalls zu leidbringenden Zuständen führen. Dieses geschieht mit einer warmen, liebevollen Leidenschaft, bei der oft eine erotische Komponente mitschwingt. Es gibt eine enge Verbindung zur Praxis des Energiesystems und zur Praxis der sexuellen Vereinigung (Karmamudra). Dazu zwei Abhandlungen auf dieser Webseite:

Erotisch-therapeutisches und buddhistisches Tantra - eine besondere Vereinigung

Sexuelle Praxis im buddhistischen Tantra



Weitere Infos zum Thema Dakini:
Der Text der Hauptpraxis, die sich auf die rote Yeshe Tsogyal bezieht, ist zufälligerweise online zu finden (was bei solchen Sadhana-Texten nur selten der Fall ist): The Queen of Great Bliss.pdf

Von John Reynolds (Vajranatha) gibt es drei kurze Abhandlungen zum Thema Dakini:

Wisdom Dakinis, passionate and wrathful
Kurukulla, The Dakini of Magic and Enchantments
Simhamukha, Wrathful Lion-Headed Dakini

Literatur:
Judith Simmer-Brown: Dakini's Warm Breath: The Feminine Principle in Tibetan Buddhism
(es ist nicht erforderlich, dieses Buch als Vorbereitung für das Retreat zu lesen)

Voraussetzungen für die Teilnahme:
Im Sinne des soeben gesagten ist die wichtigste Voraussetzung die Bereitschaft, Konzepte bezüglich spiritueller Wahrheiten zu hinterfragen und sich von Konzepten zu lösen. Formal ist es erforderlich, Vertrauen in die Lehren des tantrischen Buddhismus zu haben, etwas Vorpraxis in diesen Lehren oder in anderen Formen von Yoga oder Meditation sind günstig. Es ist sehr gut, aber nicht unbedingt erforderlich, einmal von einem Meister des tantrischen Buddhismus eine Einweihung in eine Dakini-Praxis erhalten zu haben, es ist aber nicht von Bedeutung, was das für eine Einweihung gewesen ist oder aus welcher Tradition diese Einweihung gekommen ist. Wenn du Interesse an dieser Veranstaltung hast, und ich dich noch nicht von früheren Veranstaltungen kenne, beschreibe per Mail kurz deine Vorkenntnisse, wenn du in Wien und Umgebung wohnst, wäre es ganz gut, mich vor der Veranstaltung zu einem Einzelgespräch zu treffen oder einmal in der Nyingma Gruppe vorbei zu schauen. Das Seminar ist für Anfängerinnen, welche noch nicht auf eine gewisse Vorpraxis in Meditation oder Yoga zurückblicken können, NICHT geeignet. Einmal am Tag findet eine "Tsog Puja" statt, da es sich um ein Ritual des inneren Tantra handelt, wird dabei auch Fleisch und Alkohol in kleinen Mengen konsumiert, die Teilnehmerinnen dürfen keine absolute Abneigung gegen diese Substanzen haben.



Organisation:
Das Retreat beginnt am Samstag 24. 6. um 13.30 in St. Anna, Treffpunkt ist um 13.00 in Schwanberg bei Deutschlandsberg. Wer mit eigenem Auto kommt, möge das bei der Anmeldung kund tun und gegen Kostenteilung andere Teilnehmer mitnehmen. Die Fahrzeit von Wien aus beträgt etwa drei Stunden. Es existiert eine Bahnverbindung von Wien nach Schwanberg, Abholung vom Bahnhof ist möglich. Es ist nicht möglich, die Adresse ohne Hilfe zu finden, das Haus liegt wirklich sehr abseits, es existiert keine Beschilderung für das letzte Stück. Das Retreat endet am Samstag 30. 6. um 11.00. Es ist nicht möglich, nur einen Teil der Zeit am Retreat teilzunehmen. Die Unterbringung erfolgt im Haus in Mehrbettzimmern, es ist möglich, ein Zelt mitzubringen und in der Nähe des Hauses aufzustellen, Zelt = eigenes Zimmer und mehr Naturkontakt (Am Preis der Unterbringung ändert sich nichts durch ein Zelt, wir zahlen für Haus und Grundstück einen Fixpreis).

Kostenbeitrag beinhaltet Unterbringung, Verpflegung, Seminargebühr, Kosten für Texte und Bilder:

450,-

Anzahlung von 100,- erforderlich, damit die Anmeldung gültig wird. Ermäßigung für Mitglieder der Nyingma Gruppe auf Anfrage. Bitte bei der Anmeldung Name, Tel. Nr., Vorkenntnisse, Zahlungsweise und Betrag bekannt geben:


Anmeldung per Mai, Kontoverbindung

Mit der Anmeldung werden Haftungsausschluss und Stornobedingungen akzeptiert.


Meine Quellen für Einweihungen, Textermächtigungen und mündliche Instruktionen, die sich auf die drei roten Dakinis beziehen:
Vajrayogini: Lama Sönam Jorphel Rinpoche (Drikung Kagyü), Chhimed Rigdzin R. (Nyingma /Khordong), Gangteng Tulku R. (Pema Lingpa Terma)
Kurukulle: Lama Sönam Jorphel R. (Drikung Kagyü), Ontul R. (Drikung/Nyingma), Chhimed Rigdzin R. (Nyingma /Khordong), Gangteng Tulku R. (Pema Lingpa Terma), Chökling Jigme Palden R. (Nyingma)
Yeshe Tsogyal: Chhimed Rigdzin R. (Nyingma /Khordong), Chökling Jigme Palden R. (Longchen Nying Thig)

Ich bin gern bereit, inhaltliche und organisatorische Fragen zu diesem Retreat zu beantworten. Wir benutzen diesen Retreatplatz seit 2002 jeden Sommer, der Ort ist für die Verbindung der Naturkräfte mit den Kräften des Vajrayana hervorragend geeignet, eine solche Verbindung ist für den Erhalt der ursprünglichen tantrischen Lehren, wie sie die indischen Mahasiddhas geübt haben, essentiell erforderlich.



Vajrayogini